Einfluss von Tageslicht

Tageslicht ist für den Menschen ein wichtiger Informationsträger, der beispielsweise Einfluss auf die sogenannte „Innere Uhr“ und damit unter anderem auf den Schlaf-Wach-Rhythmus nimmt. „Neben psychosozialen Zeitgebern […] ist der durch die Erdrotation bedingte Tag-Nacht-Rhythmus ein wichtiger Faktor für die energetische Optimierung und Koordination von physiologischen Prozessen im menschlichen Körper. Hierbei spielt der Einfluss des Tagelichtes eine entscheidende Rolle bei der Synchronisation von biologischen oszillierenden Prozessen auf zellulärer Ebene.“ (Wirz-Justice & Staedt, 2008: 25)

Neben dem wichtigen Einfluss auf verschiedene biologische Prozesse kann durch Tageslicht auch die Orientierung von Patienten unterstützt werden. Dies spielt besonders in der Behandlung demenzieller Erkrankungen eine wichtige Rolle. Ein Bezug zum Außenraum und die damit verbundene Information über die Lichtintensität geben beispielsweise Auskunft über die aktuelle Tageszeit.

Eine ganz besondere Rolle spielt das Tageslicht in der Behandlung depressiver Patienten. „Beobachtungen einer saisonalen Häufung von Depressionen („Winterdepression“) lenkten das Augenmerk auf die Bedeutung des (Sonnen-)Lichts und seiner Nutzung in der Behandlung von Depressionen. Bei der Lichttherapie wird der Betroffene bis zu zwei Stunden täglich (meist vormittags) sehr starkem Licht etwa entsprechend dem eines hellen Sommertages ausgesetzt. Ein durch normale Glühbirnen erhellter Raum reicht nicht aus. Die Behandlung ist nebenwirkungsfrei und vor allem bei saisonalen Depressionen wirksam.“ (Schädle-Deininger, 2006: 248)

Die positive Wirkung von Tageslicht auf den Organismus sollte sich in einer entsprechenden Gestaltung psychiatrischer Einrichtungen widerspiegeln. Durch große Fensterflächen, eine Begrenzung der Raumtiefe oder das Aufbrechen von Fluren bis zur Fassade, in Kombination mit einer offenen Grundrissgestaltung, kann eine angemessene Ausleuchtung der Räumlichkeiten erreicht werden.

Literatur

  1. Wirz-Justice, A., Staedt, J. (2008)
  2. Schädle-Deininger, H. (2006)