Grundlagen

Hier stehen ein paar einleitende Worte zu den Grundlagen und was die Nutzer erwartet.

Therapeutische Umwelt

Stichworte: Stress, Lärm, Beengung, Umweltkontrolle, Privatsphäre, emotionale Unterstützung, Normalität, Autonomie, Alltagskompetenzen, soziale Interaktion, Anregung

Nach dem Konzept des „Behavior Setting“ der Ökologischen Psychologie werden je nach Kontext passende Verhaltensweisen generiert. Somit kann die Umwelt Einfluss auf das Befinden und die Handlungsweisen von Personen nehmen. Dieser Ansatz wird mit dem sogenannten Therapeutischen Milieu in Einrichtungen des Gesundheitswesens umgesetzt. Dabei werden nach Kruse, Graumann, Lantermann (1990) zwei wesentliche Ziele verfolgt:

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Medizintechnik

Stichworte: Diagnostik, Therapie, Elektrokrampftherapie, Raumbedarf

Im Vergleich zu somatischen Fachrichtungen benötigt die Psychiatrie deutlich weniger Medizintechnik. Patientenzimmer und Aufenthaltsbereiche können daher unabhängig von technischen Anforderungen, tendenziell in wohnlicher Qualität, gestaltet werden, was aus therapeutischer Sicht wesentlich ist.

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Mobilität und Umweltangebot

Stichworte: Bettgebundenheit, Bewegungsradius, Aufenthaltsräume, Freizeitangebote

Der Bewegungsradius eines somatischen Patienten ist im Regelfall überwiegend auf das Patientenzimmer und die zugeordnete Nasszelle beschränkt. Der Bettplatz wird hier zum zentralen Aufenthaltsbereich und muss entsprechend Möglichkeiten zum Einnehmen der Mahlzeiten, Empfang von Besuch, Durchführen von medizinischen Untersuchungen oder Pflegeleistungen, Kommunikation mit Mitpatienten oder Beschäftigungsmöglichkeiten wie Fernsehen oder PC-Arbeit bieten.

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Wohnbedürfnisse

Stichworte: Verweildauer, Wohnen auf Zeit, Patientenzimmer, Wohnbedürfnisse nach Flade, Territorien, Aneignung

Die durchschnittliche Verweildauer in stationären Bereichen der Psychiatrie und Psychotherapie hat in den vergangenen Jahren stetig abgenommen. Sie lag im Jahr 1994 noch bei 43,8 Tagen und hat 2010 ein Niveau von 22,9 Tagen erreicht. Einhergehend mit dieser Verkürzung der Verweildauer stiegen jedoch die Fallzahlen (Psychiatrische Fachabteilungen zusammen) von 704.363 (2000) auf 885.050 (2010), so dass eine Tendenz zur Wiederaufnahme entlassener Patienten vermutet werden kann.

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Störung der Umweltwahrnehmung

Stichworte: Reizverarbeitung, Orientierung

Neurologische und psychische Erkrankungen können bei den Betroffenen zu Wahrnehmungsstörungen führen. Diese sind in ihrem Wesen breit gefächert, so dass sich für den Planer zunächst keine eindeutige Handlungsanweisung ableiten lässt. Kunze (1994:13f) gibt einen Überblick zu den Auswirkungen der psychischen Erkrankungen auf die Wahrnehmung:

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Stigmatisierung

Stichworte: Diskriminierung psychisch Kranker, Behandlungshürde, Bedeutung der Medien, äußere Erscheinung der Einrichtung, Normalität, Image, Integration

„Vorurteile und Stigmatisierung psychisch Kranker haben eine lange Tradition und sind offenbar nur schwer durch Aufklärungskampagnen zu modifizieren.“ (Möller-Leimkühler, 2004: 36) In Folge dieser Stigmatisierung werden die Betroffenen ausgegrenzt, die soziale Distanz steigt an. Neben der individuellen Diskriminierung, d. h. der ablehnenden Haltung einzelner Personen oder Gruppen gegenüber psychisch kranken Menschen, existieren ebenso Formen struktureller Diskriminierung, beispielsweise durch politikbedingte Benachteiligung der psychischen Krankenversorgung.

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Unterbringung und Zwangsbehandlung

Stichworte: Strafrechtliche Unterbringung, Zivilrechtliche Unterbringung, Öffentlich-rechtliche Unterbringung, architektonische Konsequenzen der Unterbringung

Eine zwangsweise Einweisung von Personen in psychiatrische Krankenhäuser ist zunächst aus dem strafrechtlichen Bereich bekannt. Diese Unterbringung nach dem Strafgesetzbuches StGB erfolgen im Maßregelvollzug, der sogenannten Forensik. Die Voraussetzungen für eine Unterbringung sind in den §§ 63 und 64 geregelt.

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Gewalt und Aggressivität

Stichworte: Prävalenz, Ausprägungen, Ziele, Ursachen, Einfluss der Architektur, Territorien, Umweltkontrollen, Privatsphäre, Stress, Vandalismus

„Aggressionen und Übergriffe von Patienten einerseits und institutionelle Gewalt in der Psychiatrie andererseits existieren so lange wie dieses Fachgebiet.“ (Finzel et al., 2003: 196) Aggressives Verhalten von psychiatrischen Patienten während stationärer Behandlung ist ein häufiges Phänomen, welches oft unterschätzt wird. Insbesondere auf psychiatrischen Akutstationen und in geschlossenen Bereichen stellt dies ein ernstzunehmendes Problem dar.

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Einfluss von Tageslicht

Stichworte: Schlaf-Wach-Rhythmus, Zeit, Orientierung, Behandlung bei Depressionen, Lichttherapie

Tageslicht ist für den Menschen ein wichtiger Informationsträger, der beispielsweise Einfluss auf die sogenannte „Innere Uhr“ und damit unter anderem auf den Schlaf-Wach-Rhythmus nimmt. „Neben psychosozialen Zeitgebern […] ist der durch die Erdrotation bedingte Tag-Nacht-Rhythmus ein wichtiger Faktor für die energetische Optimierung und Koordination von physiologischen Prozessen im menschlichen Körper. Hierbei spielt der Einfluss des Tagelichtes eine entscheidende Rolle bei der Synchronisation von biologischen oszillierenden Prozessen auf zellulärer Ebene.“ (Wirz-Justice & Staedt, 2008: 25)

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Suchtverhalten

Stichworte: Abhängigkeitserkrankungen, Nikotinentzug als Stressfaktor, Raucherbereiche in Kliniken, Zugang zu illegalen Drogen

Abhängigkeitserkrankungen gehören zum psychiatrischen Alltag. In vielen Kliniken sind spezielle Suchtstationen zu deren Behandlung eingerichtet. Neben diesem Anteil an den Hauptdiagnosen bestehen ebenso begleitende oder auch krankheitsverursachende Abhängigkeiten (z. B. drogeninduzierte Psychosen). Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen sind mit einem Anteil von knapp 40 % aller Fälle die größte Diagnosegruppe stationär behandelter Patienten in Deutschland.

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Suizidalität

Stichworte: Definition Kliniksuizid, Suizidraten, Suizidorte, Methoden, Suizide außerhalb der Einrichtung, Suizide auf dem Gelände der Einrichtung, Suizide innerhalb der Gebäude der Psychiatrie, Strangulationen, Suizide anderer Methoden, Ansätze der baulichen Suizidprävention

Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung und auch zur Gruppe der somatischen Patienten haben psychisch Kranke eine wesentlich stärkere Präferenz zur Selbstverletzung und Suizidalität. Psychische Störungen zählen zu den Hauptursachen für Suizidalität. (vgl. Schneider et al., 2005) Die Suizidprävention stellt daher einen wichtigen Teil der klinischen Arbeit dar.

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Literaturverzeichnis

Blumenberg, U. (1994): Gestaltungsbewertung und Nutzung baulicher Umwelten in der Psychiatrie durch Patienten, Schwestern und Ärzte. Dissertation an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Uni Salzburg. Corrigan, P. W.; Rüsch, N. (2002): Stereotypen über psychische Erkrankungen und klinische Versorgung: Vermeiden Menschen Behandlung wegen Stigmatisierung. Deutsche Übersetzung von N. Rüsch.

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